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Montag, 26. September 2022,
Wette auf eine ungewisse Zukunft

Opel machts spannend: Rein elektrisch schon 2028

Vor ein paar Jahren dachte man noch, Opel sei trotz des Ampera und Ampera-e spät dran mit der Elektrifizierung. Doch dann kamen ernstzunehmende Stromer in Serie – und nun beteiligt sich auch die Blitzmarke am Branchen-Run um den schnellsten Verbrenner-Ausstieg. Es ist eine Wette auf eine ungewisse Zukunft.
Opel machts spannend: Rein elektrisch schon 2028
Opel
Schon heute sind viele Opel auch oder nur
noch elektrisch zu haben, ab 2028 gibt es nur noch Stromer
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Opel will sich schneller als bisher postuliert zu einem rein elektrischen Autobauer wandeln. Bis 2028 wollen die Rüsselsheimer nach neuen Angaben ihre gesamte Produktpalette in Europa auf elektrische Antriebe umgestellt haben. Elektrische Antriebe klingt zweideutig, aber Opel meint tatsächlich vollelektrische.

Aktuell hat Opel zwölf elektrifizierte Modelle im Programm, wenn man den Rocks-e mitrechnet, den das Unternehmen ja eigentlich nicht als Auto verstanden haben will. Die wichtigsten sind die vollelektrischen Corsa-e und der Mokka-e, die innerhalb ihrer Baureihen nach Herstellerangaben bereits über 25 Prozent Marktanteil erreicht haben, ferner der Combo-e Life (Pkw) und der Zafira-e Life (Pkw). Dazu kommen die E-Varianten der leichten Nutzfahrzeuge Combo, Vivaro und Movano und die PHEV-Varianten des Grandland und des neuen Astra, den die Opel-PR-Leute doppelt zählen, weil es auch einen Kombi gibt. Das Dutzend voll macht die Wasserstoff-Variante des Vivaro.

Für 2023 angekündigt ist der vollelektrische Astra und Astra Kombi, Mitte des Jahrzehnts soll eine moderne Manta-Interpretation als Elektroauto folgen. Opel greift dabei jeweils auf die Plattformen und E-Module des Stellantis-Konzerns zurück.

Ob der Fahrplan aufgeht, bleibt abzuwarten. Einerseits spricht angesichts der allgemeinen Entwicklung auch bei anderen Herstellern, des Umweltschutz-Drucks und neuerdings der Öl-Russland-Thematik vieles dafür - und Reichweite und Ladezeiten dürften schon bald keine ernsthaften Hindernisse mehr sein.

Andererseits bleibt die Lade-Problematik erhalten: Solange Millionen von Menschen nicht zu Hause laden können, werden sie dem E-Antrieb mindestens skeptisch gegenüberstehen. Das aber können sich Autobosse, die sich auch drei Wallboxen in der heimischen Doppelgarage leisten können, vermutlich kaum vorstellen. Dazu kommt die wegfallende Förderung, die der E-Euphorie mindestens eine Delle bescheren wird.
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text  Hanno S. Ritter
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