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Samstag, 22. Juni 2024
Genesis GV60 bekommt Face- und Finger-Connect / Hoher Preisaufschlag

Erstmals öffnet ein Auto mit Gesichtserkennung

Üblicherweise sind Autos technisch wesentlich weiter als die meisten anderen Geräte. Im Vergleich zu Handys stimmt das nicht immer, denn die erste Gesichtserkennung für Autos folgt jetzt erst, Jahre nach deren Einführung bei iPhones. Genesis hat das Thema gut umgesetzt, das zugehörige Auto aufgewertet – und einmal kräftig die Preisschraube gedreht.
Hyundai
Der Genesis GV60 ist das erste Auto weltweit,
das über Gesichsterkennung öffnet
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Erstmals kommt Gesichtserkennung an einem Auto zum Einsatz, um dieses zu entsperren. Die Rede ist nicht von der Marke, die "Vorsprung durch technik" für sich reklamiert, sondern von Hyundais Edelmarke Genesis. Was bei den Apple-Smartphones FaceID heißt, nennt Genesis Face Connect.

Die Technik kommt mit dem Modelljahreswechsel im GV60 zum Einsatz, der das Pendant zu Hyundai Ioniq5 und Kia EV6 darstellt. Die Einrichtung erfolgt über eine zugehörige App: Nach einmaligem Zugriff mit dem physischen Schlüssel lässt sich das Profil (insgesamt zwei) für die Gesichtserkennung einrichten. Der Autobauer verspricht, dass die Daten nur lokal im Fahrzeug verarbeitet werden. Eine LED-Anzeige in der B-Säule gibt eine visuelle Rückmeldung über den Fahrzeugstatus.

Das Anlassen des Motors bzw. der Systemstart des Fahrzeugs oder wie auch immer man diesen Vorgang bei einem Elektroauto sinnvoll nennen mag, erfolgt über einen Fingerabdrucksensor in der Mittelkonsole.

Doch das ist noch nicht alles, denn Genesis bietet über die App einen Digital Key an, der über Geofencing-Funktionen das automatische Öffnen des Autos erlaubt. Ob auch eine Schließfunktion integriert ist, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Der digitale Schlüssel lässt sich mit bis zu drei weiteren Personen teilen – und das aus der Ferne ohne persönlichen Kontakt und auch begrenzt auf eine individuelle Zeitspanne.

Der Genesis GV60 erhält neben der Biometrie zum neuen Modelljahr außerdem eine deutlich aufgewertete Ausstattung. So ist der bislang im Rahmen des "Sitzpakets Komfort" optional angebotene Ergo-Motion-Fahrersitz mit Massagefunktion nun genauso serienmäßig wie Sitzheizung vorne und hinten, belüftete Sitze vorne sowie ein beheizbares Lenkrad mit Memory-Funktion. Eine erweiterte Ambientebeleuchtung mit 64 Farben gehört nun ebenfalls zum Standard, und schließlich verbaut Genesis noch ein neues Luftreinigungssystem.

Und wo ist der Haken? Ganz klar beim Preis, der mal eben um ziemlich genau 8.000 Euro angehoben wurde. Mindestens 64.380 Euro werden nun für das umgerechnet 318 PS starke Allrad-Basismodell "Sport" fällig, das Topmodell mit 490 PS verteuert sich demgegenüber nur um knapp 2.000 auf 73.100 Euro. Zum Vergleich: Ein Ioniq5 kostet zwischen 43.900 und 60.900 Euro.
text  Hanno S. Ritter
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