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Montag, 22. April 2024
Digitales Kombiinstrument und Touchscreen werden Standard

Audi Q2: K(l)eine Neuerungen fürs Auslaufmodell

Audi wertet den Q2 auf. Das kleinste Ingolstädter SUV bekommt demnächst ein digitales Kombiinstrument und ein verändertes Multimediasystem. Dazu, das Auto einfach mal vernünftig auszustatten und zu aktualisieren, kann sich der selbsternannte "Premium"-Hersteller aber nicht durchringen.
Audi
Der Audi Q2 erhält kleine Updates
bezüglich der Displays
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Der Audi Q2 wird auf ein serienmäßiges digitales Kombiinstrument umgestellt. Mit 12,3 Zoll hat das "virtual cockpit" eine gute Größe und bietet verschiedene Darstellungsmodi, wobei deren Anzahl ausstattungsabhängig ist. Optional steht das "virtual cockpit plus" zur Verfügung, das zusätzlich "Audi Erlebniswelten" bieten soll.

Die zweite Änderung ist das Zentraldisplay. Bisher ist es je nach Ausstattung sieben oder 8,3 Zoll groß, künftig sind es immer 8,8 Zoll. Mit der Größenänderung einher geht die Umstellung auf ein Touch-Display. Der bisherige Dreh-Drück-Steller entfällt, an seine Stelle tritt ein Ablagefach. Ausweislich des bisher einzigen Bildes (siehe Fotostrecke) ist der Monitor minimal weiter Richtung Passagiere gerückt. Mit seiner Dicke und den großen Displayrändern sieht er nach allem aus, nur nicht nach "Vorsprung durch Technik".

Alternativ zur Touch-Eingabe lässt sich das System mit einer neuen Sprachsteuerung bedienen, die - je nach Ausstattung - auch komplexe Befehle oder Fragen in natürlicher Sprache versteht und die Wünsche direkt umsetzen kann.

Ausgeliefert werden die Neuerungen in der ersten Jahreshälfte zu Preisen ab 28.600 Euro. Dies entspricht einem Aufpreis von 450 Euro gegenüber einem bisherigen Aufschlag von 500 Euro für das "virtual cockpit". Audi spricht von einer "deutlichen Aufwertung" und einer "konsequenten Weiterentwicklung". Fakt ist aber auch, dass die Ingolstädter schon haben durchsickern lassen, dass der Q2 keine Zukunft hat.

Wer das an sich gelungene Auto dennoch ordert, muss entweder seine Ansprüche stark im Zaum halten oder darf die vielen Aufpreise nicht übel nehmen: Audi als selbsternanntem "Premium"-Hersteller ist es nicht peinlich, den Q2 in der Basis mit Stahlrädern, unbeheizten Sitzen und manueller Klimaanlage auszuliefern. Auch Parksensoren vorne, LED-Rückleuchten, Mittelarmlehnen, Tempomat, Pompadourtaschen oder Navigation (mit gerade einmal drei Jahren Karten-Updates) sind in der über 100 Seiten langen Preisliste als Option aufgeführt.

Was der Q2 wirklich bräuchte, wären Ingenieure und Marketingleute mit Leidenschaft fürs Produkt, die eine "konsequente Weiterentwicklung" tatsächlich auf den Weg bringen. Mit neu platziertem 12-Zoll-Bildschirm, Center-Airbag, Seitenairbags hinten, Mildhybridisierung, 5-Jahres-Garantie, wesentlich besserer Ausstattung und 40-Seiten-Preisliste - dann gingen auch 35k als Startpreis in Ordnung.
text  Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB
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