Das unabhängige Portal rund um Automobil & Verkehr
Dienstag, 25. Juni 2024
Schrift: kleiner | größer
Lesezeit: ~ 3 Minuten
Zweite Generation wird größer, schneller, sparsamer – und bleibt chic

Neuer Porsche Cayman: Reif von der Insel

Porsche
Neu ab März 2013:
Porsche Cayman II
Auf der Los Angeles Auto Show präsentiert Porsche den neuen Cayman. Die zweite Generation des geschlossenen Boxster wird leichter, stärker und effizienter. Dabei bleibt sie ein Schnäppchen im Porsche-Portfolio und vor allem ein Augenschmaus – mehr denn je. Der neue Zweisitzer ist nach dem 911 Carrera und dem Boxster die dritte Sportwagen-Modellreihe von Porsche mit Leichtbaukarosserie. Sie ist rund 45 Kilo leichter als beim alten Modell, rund 44 Prozent der Rohkarosserie bestehen aus Aluminium, so etwa Vorderwagen, Boden und Hinterwagen, die Türen und beide Kofferraumdeckel. Unter dem Strich bleiben wegen besserer Ausstattung und größeren Rädern immerhin noch 30 Kilo weniger Gewicht.

Der Mittelmotor-Sportwagen mit - so viel zum Überschrift-Verständnis - seiner auf die Inselgruppe in der Karibik zurückgehenden Namensgebung debütiert in den zwei klassischen Porsche-Varianten Cayman und Cayman S. Das Basismodell wird von einem 2,7-Liter-Sechszylinder-Boxermotor mit 275 PS angetrieben, beschleunigt mit optimaler Ausstattung in 5,4 Sekunden auf 100 km/h und erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 266 km/h. Der 3,4 Liter-Motor des Cayman S leistet 325 PS, die bestmögliche Beschleunigung ist in 4,7 Sekunden möglich, und maximal lässt sich mit 283 km/h über die Bahn brausen. Beide Motoren liefern ihre um zehn bzw. fünf PS gestiegene Nennleistung jetzt bei 7.400 Touren statt bisher bei 7.200 ab.

Der Norm-Verbrauch liegt abhängig vom Getriebe zwischen 7,7 und 8,2 bzw. zwischen 8,0 und 8,8 Litern, rund 15 Prozent weniger als bisher. Möglich wird dies neben der Gewichtssenkung u.a. durch das serienmäßige Start-Stopp-System, den Segel-Modus bei Modellen mit dem optionalen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe sowie durch Thermomanagement, elektromechanische Servolenkung und Bordnetzrekuperation.

In Sachen Fahrdynamik verspricht Porsche ein "in dieser Klasse konkurrenzloses Niveau". Längerer Radstand, breitere Spur und die nun 18 bzw. 19 Zoll großen Räder sind die Grundlagen dafür. Der Auftrieb an beiden Achsen konnte gegenüber dem Vorgängermodell ebenfalls verringert werden. An der Hinterachse hat der neue Heckflügel in Verbindung mit der über die gesamte Breite laufenden Abrisskante daran entscheidenden Anteil. Der Flügel fährt bogenförmig automatisch oder manuell aus. Er erzeugt mit seiner um 40 Prozent vergrößerten Wirkfläche mehr Abtrieb als die Abrisskante des Vorgängers und setzt der Luftströmung weniger Widerstand entgegen. Auch die Bremsanlage hat Porsche in diversen Details optimiert.

Aktualisiert zeigt sich das Ausstattungsprogramm. So ist der Cayman erstmals optional mit der Abstands- und Geschwindigkeitsregelung Adaptive Cruise Control (ACC), einem Burmester-Soundsystem und Bicolor-Leder verfügbar. Ein weiteres Novum ist das optionale schlüssellose Entry & Drive-System. Im übrigen erhält der Cayman natürlich das vom Boxster bekannte Interieur.

Optisch fallen neben den größeren Rädern und den gestreckten Proportionen speziell der betonte Einzug in der Tür auf, der die Ansaugluft zum markanten Einlass im Fondseitenteil und damit direkt zum Triebwerk führt: Das Grundkonzept des Mittelmotorsportwagens ist nirgendwo deutlicher sichtbar. Von vorne ist der neue Cayman an seinen dominanten, zur Seite hin größer werdenden Kühllufteinlässen zu erkennen, am Heck dominiert der bis in die Leuchten reichende Flügel, der im Vergleich zum Boxster höher und in einem steileren Winkel ausfährt. Die dritte Bremsleuchte sitzt nun an der Abrisskante und nicht mehr in der Scheibe, alle Bremsleuchten pulsieren bei einer starken Bremsung. Das wichtigste Design-Merkmal des Cayman, der wunderbare "Hüftschwung", ist erhalten geblieben.

Die Markteinführung der von Porsche als dritten bezeichneten, tatsächlich aber eher zweiten Cayman-Generation erfolgt in Europa am 2. März 2013. Die Grundpreise betragen in Deutschland 51.385 Euro für den Cayman und 64.118 Euro für den Cayman S. Damit bleibt der Cayman der ungewöhnlichen Höherpositionierung gegenüber dem Boxster treu - und für die meisten Menschen ein Traum, obwohl das Sparpotential von mindestens 36.600 Euro zum "Elfer" beträchtlich ist.
text  Hanno S. Ritter
IM KONTEXT: DER BLICK INS WEB
Sie befinden sich im Archiv. Meldungen und enthaltene Links können veraltet sein. Bitte beachten Sie das obenstehende Veröffentlichungsdatum dieser Nachricht. Aktuelle Auto-News finden Sie hier.