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Sonntag, 14. April 2024
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Kombi-Cabrio-SUV mit pfiffigen Details für den Pariser Autosalon

Mini Crossover Concept: Ausblick auf die vierte Variante

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Mini Crossover Concept
BMW
Muss jede Marke wirklich jede Nische mit einem eigenen Modell ausfüllen? Eigentlich nicht, mag man sagen. Der Ausblick auf den künftigen Mini-Crossover ist BMW jedoch gut gelungen: Im Allrad-Cabrio-Kombi stecken jede Menge intelligenter Ideen. Über Allradantrieb wird die nach Dreitürer, Cabrio und Clubman vierte Mini-Variante verfügen, das war schon länger klar - und auch, dass sie im Wesentlichen auf dem Clubman basieren würde. Die 4x4-Technik ziele darauf ab, das Einsatzgebiet zu erweitern und gleichzeitig auch "die gewohnten Wege neu zu erleben", texten die BMW-PR-Mannen dazu in gewohnt blumiger Manier.

Im übrigen aber ist es nicht die Technik, um die es beim "Mini Crossover Concept" - jedenfalls in diesem Stadium - geht. Stattdessen fällt der Blick zunächst auf die Karosserie, die kaum noch als "mini" durchgeht: Erstmals sprengt die Marke die Vier-Meter-Grenze, allerdings offenbar nur ganz knapp, wenn man vom Radstand von 2,61 Metern (Clubman: 2,55 Meter bei 3,95 Meter Länge) ausgeht. Damit wäre das Auto immer noch deutlich kürzer als etwa ein VW Golf. Mit 1,83 Metern Breite und fast 1,60 Meter Höhe überragt die Studie den Clubman ebenfalls deutlich.

Wozu das Wachstum? Platz soll es bringen, so die einfache Antwort. Platz für Gepäck und die tausend Sachen des täglichen Lebens, für Sportgerät und nicht zuletzt für vier Passagiere, wobei auch im Fond Einzelsitze montiert sind, die sich je nach Bedarf um 13 Zentimeter verschieben lassen. Bei Nichtgebrauch können sie mittels einer Parallelogramm-Kinematik vollständig im Boden versenkt werden. Das ist schon sehr pfiffig, aber auch nicht mehr so neu, als dass es für wirkliches Aufsehen taugen würde.

Das aber hat Mini durchaus im Kalkül - und schafft es auch: Zunächst einmal haben sich die Ingenieure und Designer wie zuvor schon beim Clubman erneut an ein unkonventionelles, asymmetrisches Türkonzept gewagt. Die bekannte Anordnung findet sich lediglich auf der Beifahrerseite. Links verfügt das Auto dagegen zusätzlich zur normalen Fahrertür über eine außen laufende Hebe-Schiebetür zum Einstieg in den Fond beziehungsweise zur seitlichen Beladung des Fahrzeugs. Ebenfalls ungewöhnlich für einen Viertürer: Eine B-Säule gibt es (links) nicht, wohl aber rahmenlose Scheiben.

Am Heck setzt die Studie mit einer einteilig zur Seite wegschwenkenden Türe mit einer ebenfalls rahmenlosen und versenkbaren Scheibe weitere Akzente. Zusätzliche Staukapazitäten können durch einen außen an der Hecktür befestigten Transportkoffer geschaffen werden. Während "Utilities" vom Schlage eines Citroen Berlingo auf die kleine, praktische Dachluke am Heck neuerdings verzichten, bietet der Mini diese Option an: Das Faltverdeck lässt sich von vorne oder von hinten öffnen. Wer mag, kann so sogar ein Surfboard im Auto verstauen - vorausgesetzt, es regnet nicht.

Eine schöne Idee ist auch die sogenannte "Center Rail" - eine Befestigungsschiene, die von der Armaturentafel bis zur Heckklappe des Fahrzeugs reicht. Darauf lassen sich Halterungen für Handys, Ablagen, Staufächer, Cupholder oder Mittelarmlehnen befestigen und von vorne nach hinten schieben. In der Studie zeigen Obstschalen aus Porzellan die Möglichkeiten anschaulich auf.

Erwähnenswert ist schließlich der "Mini Center Globe", der zeigt, wohin sich das Mini-typische Zentralinstrument eines ferneren Tages entwickeln könnte: In Form einer Kugel ausgeführt, bietet es die Möglichkeit, Informationen in verschiedenen Ebenen in der Tiefe des Raums zu schichten und je nach Bedarf hervorzuheben. Auch zeigt die Kugel Fahrer und Beifahrer unterschiedliche Inhalte an. Möglich wird beides durch den Einsatz moderner Laserprojektionstechnik.

Die Bedienung erfolgt über die berührungssensitive Kugeloberfläche, über einen Trackball am Lenkrad, über Tasten und Schieberegler im unteren Bereich der Kugel sowie über eine Tastatur auf der Beifahrerseite, die auf Knopfdruck aus der Armaturentafel herausfährt. Ein besonderer Gag ist der Keyball als Ersatz des Fahrzeugschlüssels: Am oberen Rand der Kugel wird er in eine Öffnung gelegt und rollt dann an der dem Fahrer zugewandten Seite entlang bis zur Mitte des Zentralinstruments. In dieser Position kann er gedrückt werden, um den Motor anzulassen oder abzustellen. Letzterenfalls rollt der Keyball nach unten in ein Auffangfach.

Und wie wird das Serienauto aussehen? Das mag BMW natürlich noch nicht verraten; auch Name und Termin sind noch Verschlusssache. Die IAA in genau einem Jahr könnte ein guter Termin für die Vorstellung sein, die Markteinführung würde dann im ersten Halbjahr 2010 erfolgen. Wieviel Pfiffigkeit sich trotz Konzern-Controllern, Sicherheitsbestimmungen und anderen Zwangsläufigkeiten in die Serie wird retten können, bleibt abzuwarten.
text  Hanno S. Ritter
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