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Dienstag, 23. Juli 2024
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Neues Design, bessere Ausstattung, neue Motoren aus der S-Klasse

Mercedes M-Klasse: Tiefgreifende Modellpflege

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Modellgepflegte M-Klasse: Lackierte © DaimlerChrysler AG
Stoßfänger, Spiegelblinker und optional Bi-Xenon-Scheinwerfer
"Mehr Sicherheit, mehr Dynamik und noch mehr Fahrspaß - so lauteten die wichtigsten Ziele bei der Entwicklung der neuen Mercedes-Benz M-Klasse", schreibt Mercedes dieser Tage in einem Pressetext. Freilich ist es eigentlich gar nicht eine neue M-Klasse, die im Herbst 2001 Marktpremiere feiert, sondern die Modellpflege des bekannten Modells, auch wenn die Stuttgarter über 1.100 Bauteile gegenüber dem aktuellen Modell geändert haben wollen.

Optisch auffälligste Veränderung sind die neugestalteten und nun bei allen Versionen (wie auch die Seitenschutzleisten) lackierten Stoßfänger, die dem Wagen ein eleganteres Erscheinungsbild verschaffen. Die Außenspiegel sind ebenfalls lackiert, neu geformt und tragen nun die aus anderen Baureihen bereits bekannten integrierten Seitenblinkleuchten.

Dazu kommt die heutzutage auch bei Mercedes unvermeidliche Klarglas-Optik der Scheinwerfer. Diese selbst sollen - gegen Aufpreis - für mehr Fahrsicherheit sorgen: Es handelt sich um neuartige Bi-Xenon-Scheinwerfer, die Mercedes bisher nur in den Top-Coupés der CL-Klasse einsetzt. Dank Gasentladungslampen erzeugen diese Scheinwerfer einen doppelt so hohen Lichtstrom als herkömmliche Halogen-Lampen und garantieren sowohl beim Abblendlicht als auch beim Fernlicht eine noch bessere Fahrbahnausleuchtung. Zur Vermeidung von Blendeffekten kommt nicht nur eine automatische, sondern eine sensorgesteuerte, dynamische Leuchtweitenregulierung zum Einsatz, die die Scheinwerferhöhe in Sekundenbruchteilen den jeweiligen Fahrbahnzustand anpasst und so selbst Unebenheiten wie Kanaldeckel ausgleichen können soll.

Jahrgang 2002: © DaimlerChrysler AG
Neue Mittelkonsole und andere Verbesserungen
Neue serienmäßige Leichtmetallräder im 17-Zoll-Format und so genannte All-Season-Breitreifen in den Dimensionen 255/60 R 17 (Fünf- und Sechszylinder) sowie 275/55 R 17 (Achtzylinder) verstärken die dynamische Komponente des Designs auch in der Seitenperspektive.

Im Innenraum sind ebenfalls etliche Veränderungen vorgenommen worden, wobei die Stuttgarter hier auch die Wünsche der bisher rund 300.000 Käufer des Modells berücksichtigt haben: Zunächst ins Auge fällt eine neu gestaltete Mittelkonsole, die künftig in allen Modellvarianten durch serienmäßige Edelholz-Zierteile aufgewertet wird. Die neue Mittelkonsole bietet unter anderem zusätzliche Ablagefächer zwischen den Vordersitzen sowie für die Fondpassagiere einen weiterentwickelten Doppel-Cupholder, einen beleuchteten Aschenbecher, eine 12-Volt-Steckdose und neue, individuell einstellbare Belüftungsdüsen.

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Serienmäßig: © DaimlerChrysler AG
Klimaautomatik mit neuem Bedienteil
und Fond-Zusatzgebläse
Die serienmäßige Klimatisierungsautomatik der M-Klasse haben die Mercedes-Ingenieure komplett neu entwickelt und mit modernster Technik ausgestattet. Formschöne Bedienungsregler mit integrierten Tasten für Automatikmodus, Umluftregelung und andere Funktionen erleichtern die Einstellung des leistungsfähigen Systems, das dank eines Zusatzgebläses und separater Belüftungsdüsen künftig auch eine wunschgerechte Klimatisierung des Fondraums ermöglicht. Was die Bedieneinheit angeht, so darf spekuliert werden, dasss man diese auch in der im nächsten Jahr debütierenden E-Klasse finden wird. Bleibt zu hoffen, dasss dies auch für die Cockpit-Anzeigen gilt, die in der M-Klasse nicht denen aus der C-Klasse entsprechen, die bekanntlich mit ihren Halbkreisinstrumenten einen etwas "billigen" Eindruck machen und zudem eine analoge Temperaturanzeige vermissen lassen. Dies überrascht, nachdem Mercedes jüngst sogar die gediegene G-Klasse bei der Modellpflege auf das neue Cockpit umgestellt hatte.

Außerdem verfügt nun auch die M-Klasse über serienmäßige Windowbags zur Verbesserung der passiven Sicherheit. Die rund 2 Meter langen und 50 Zentimeter hohen Luftsäcke ergänzen die Schutzwirkung der Sidebags in den Türen.

Wie bei allen modernen Mercedes-Personenwagen arbeitet künftig auch in der M-Klasse ein spezieller Lichtsensor an der Frontscheibe, der bei Dunkelheit automatisch die Außenbeleuchtung einschaltet. Dieser so genannte Fahrlicht-Assistent gehört zur Serienausstattung des Allradautomobils. Angesichts des japanisch anmutenden Lichtschalters im Lenkstockhebel (die M-Klasse hatte von Anfang an nicht den seit den siebziger Jahren zig-millionenfach bewährten und von vielen anderen Herstellern nachgeahmten Drehschalter fürs Licht) ist dies sicher kein Nachteil. - Eine Einparkhilfe ist künftig auf Wunsch lieferbar.

Mit einem neuen Programm an Handys und festeingebauten Autotelefonen können Mercedes-Kunden auf dem Bildschirm des Bedien- und Anzeigesystems COMAND (Wunschausstattung) künftig auch SMS-Kurznachrichten lesen und verfassen.

Heckansicht: © DaimlerChrysler AG
Kraftvolle Optik durch neugestaltete Stoßfänger
Mit ihrem elektronisch gesteuerten Allradantrieb namens 4ETS bewährt sich die M-Klasse als ein Automobil für alle Gelegenheiten - besser gesagt: für alle Fahrbahnverhältnisse. Zwei neue, leistungs- und drehmomentstarke Motoren sollen nun das Fahr-Erlebnis auf befestigten oder unbefestigten Wegen nochmals aufwerten. Diese Triebwerke stammen aus der S-Klasse: der V8-Dieselmotor (184 kW/250 PS) und Fünfliter-V8-Benziner (215 kW/292 PS). Der mit Common-Rail-Direkteinspritzung, Biturbo-Aufladung, Vierventiltechnik und zahlreichen anderen Hightechsystemen ausgestattete Achtzylinder-Diesel des neuen ML 400 CDI zählt zu den leistungsstärksten Pkw-Selbstzündern der Welt. Er beschleunigt das schwere Allradautomobil in nur 8,1 Sekunden von null auf 100 km/h, ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 213 km/h und begnügt sich im NEFZ-Fahrzyklus mit 10,9 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer. Ein beeindruckendes Drehmoment von 560 Newtonmetern, das schon ab 1.700/min abrufbereit ist, sorgt für absolut vorbildliche Elastizität und schnelle Zwischenspurts.

Das Tankvolumen vergrößert sich bei allen Motorvarianten auf 83 Liter, sodasss der neue ML 400 CDI mit einer Tankfüllung rund 840 Kilometer unterwegs ist.

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Jetzt auch in der M-Klasse: © DaimlerChrysler AG
Die bärenstarke 4-Liter-V8-CDI-Maschine
Der neue ML 500 löst den bisherigen ML 430 ab. Sein V8-Triebwerk entwickelt ab 2.700/min ein Drehmoment von 440 Newtonmetern und beschleunigt die M-Klasse in nur 7,7 Sekunden von null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 221 km/h.

Äußerlich sind die neuen V8-Modelle der M-Klasse an Chrom-Zierrat auf den Lamellen der Kühlermaske, an den Türgriffen und am Griff der Heckklappe sowie an ihrem eigenständigen Felgen-Design zu erkennen. Das Topmodell ML 55 AMG mit dem 255 kW/347 PS starken V8-Hochleistungstriebwerk betont seine herausragende Position im Modellprogramm der M-Klasse künftig durch einen silberfarben lackierten Kühlergrill noch stärker.

Neben den beiden neuen V8-Modellen ML 400 CDI und ML 500 sowie dem ML 55 AMG stehen für die M-Klasse auch weiterhin der Fünfzylinder-Dieselmotor des ML 270 CDI und das V6-Benzintriebwerk des ML 320 zur Auswahl.

Die M-Klasse, bisher nach Herstellerangaben weltweit bereits über 300.000 mal verkauft, zählt mit einem Anteil von bis zu 30 Prozent in vielen Ländern Europas zu den erfolgreichsten Modellen dieses Marktsegments und neben dem BMW X5 - auch sonst die Konkurrenz - zu den sichersten, wie das amerikanische "Insurance Institute for Highway Safety" nach verschiedenen Crashtests feststellte. Die Modellpflege hat dem Wagen gut getan und dürfte für neue Kaufimpulse der zahlungskräftigen Kundschaft sorgen: Bereits der ML 320 kostet rund 43.000. Euro, versteht sich.
text  Hanno S. Ritter
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