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Sonntag, 22. Mai 2022,
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Schwestermodell des Škoda Rapid erscheint in Deutschland erst 2013

Neuer Seat Toledo: Erste Bilder

Seat
Kommt erst 2013:
Seat Toledo IV
Knapp eine Woche nach der Vorstellung des neuen Rapid durch Škoda darf jetzt auch Seat seinen Ableger zeigen. Der neue Toledo ist dabei praktisch identisch zum Rapid, inklusive des Heckklappen-Konzepts. Los geht es erst im kommenden Jahr. "Ein schönes Auto zum schönen Preis" hat Seat seine Presseinformation zum Toledo überschrieben. Dem angenehm zurückhaltenden und im Prinzip zutreffenden Einstieg folgen dann aber doch die üblichen Überhöhungen. So bezeichnet der Autobauer seinen jüngsten Spross als "höchst emotional, sportlich und elegant", beschreibt die C-Säule als "Extraportion Raffinesse", fabuliert von einem "Hauch von Coupé" und lässt Seat-Chef James Muir von einer "perfekten Limousine" reden.

Das alles ist einerseits weit hergeholt bis völlig übertrieben, und wer Seat noch immer mit dem früheren Slogan "auto emoción", mutigem Design à la Altea mit einem Hauch von Alfa Romeo verbindet, muss jetzt endgültig umdenken. Andererseits ist der neue Toledo natürlich sauber und durchaus ansprechend gezeichnet, verzichtet trotz der geplanten niedrigen Preise auf allzu sichtbare Primitivitäten und hat schon auf dem Papier das Zeug, bei einer späteren Begegnung vom Fahrer als "mehr Auto braucht kein Mensch" bezeichnet zu werden.

Der Seat Toledo der vierten Generation misst 4,48 Meter in der Länge, vier mehr als der bis 2004 gebaute Toldeo II als faktisch vergleichbarer Vorgänger - über den zu unkonventionellen, nicht erfolgreichen Toledo III hüllt man wie der Hersteller selbst besser den Mantel des Schweigens. Der Radstand beträgt 2,60 Meter, acht Zentimeter mehr als seinerzeit. Einzige Parallele zum Toledo III und einzige konzeptionelle Überraschung ist das optisch nicht erkennbare Festhalten an einer Heckklappe anstelle eines Kofferraumdeckels, das für bessere Flexibilität sorgt.

Technisch sind Seat Toledo und Škoda Rapid völlig identisch. In Sachen Design beschränken sich die Unterscheidungen auf Kühlergrill, Schürze und Leuchten, wobei der Rapid vorne breiter, der Toldeo sportlicher wirkt. Am Heck fällt die Differenzierung stärker aus: Wo der Rapid auf einteilige Rückleuchten und ein in der Heckklappe positioniertes Nummernschild setzt, darf der Toldeo geteilte Rückleuchten tragen. Das Nummernschild wandert dafür in die Heckschürze, so dass die Heckklappe nicht per in der Kennzeichenleiste verstecktem Taster öffnet, sondern über das Logo.

Letztlich handelt es sich um klassisches badge engineering, das im VW-Konzern nach den optisch nahezu identischen Paaren Sharan/Alhambra bzw. Drillingen Up/Citigo/Mii weiter um sich greift als bisher, wo etwa die Golf-V-Ableger Seat Leon und Škoda Octavia durchaus unterschiedliche Charaktere darstellen.

Motorseitig hat Seat etwas mehr Details mitgeteilt als Škoda. So wird das Angebot auf Benziner-Seite mit einem 75-PS-Aggregat beginnen, mutmaßlich dem neuen Dreizylinder aus den Kleinstwagen. An der Spitze stehen die TSI-Maschinen mit 105 PS aus 1,2 Litern Hubraum und 122 PS aus 1,4 Litern, letzteres ein sehr angenehmes und leises, allerdings im realen Betrieb nicht allzu sparsames Triebwerk. Seat wird es auch mit DSG anbieten. Die Diesel leisten 90 und 105 PS aus 1,6 Litern Hubraum und werden in der Ecomotive-Ausführung mit 3,9 Litern Normverbrauch Verbrauch auskommen.

Sechs Airbags, ESP, Zentralverriegelung, eine geteilt umklappbare Rückbank und Fensterheber vorne werden Serienstandard sein. Drei Ausstattungslinien sind geplant. Preise mag Seat noch nicht verraten - verständlich, denn das Auto wird ab November zunächst im Heimatmarkt Spanien und in Portugal eingeführt, in Deutschland und weiteren Ländern erst 2013. Heimatmarkt ist dabei übrigens nur ansatzweise richtig, denn gebaut wird der Toledo zusammen mit dem Rapid bei Škoda in Tschechien.

Für das dreizylindrige Basismodell dürften höchstens 13.500 Euro auf dem Preisschild stehen - wenn man so will, ist der Seat Toledo ein schönes Auto zum schönen Preis.
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text  Hanno S. Ritter
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