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Sonntag, 21. April 2024
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Ähnliches Leistungsniveau wie 911 Turbo, aber deutlich günstiger

Porsche 911 GT3: Schnellster Sauger allenthalben

Siehe Bildunterschrift
Bild anklicken für Großansicht Neu ab Mai:
Porsche 911 GT3
Porsche
Neben dem neuen 911 Turbo zeigt Porsche auf dem Genfer Salon auch die Neuauflage des GT3. In punkto (Fahr-)Leistung gleichen sich die Modelle stark, während das Konzept des GT3 ein anderes ist und nochmals stärker sportlich getrimmt ist.
So wummert im Heck des GT3 natürlich auch der bekannte Boxermotor mit sechs Zylindern und 3,6 Litern Hubraum, aber kein Turbolader. 415 PS stehen dennoch zu Buche, mithin gerade einmal fünf weniger als beim Turbo und 34 mehr als bisher.

Möglich wurde dies durch eine um 200 auf 8.400 Touren erhöhte Drehzahlgrenze, optimierten Zylinderköpfen und einer Abgasanlage mit geringerem Gegendruck. Die variable Ansauganlage mit einer von 76 auf 82 Millimeter vergrößerten Drosselklappe trägt das ihre dazu bei. Mit einer spezifischen Leistung von 115,3 PS pro Liter Hubraum ist der GT3 damit der stärkste straßenzugelassene Seriensportwagen mit Saugmotor. Auch die 7.600 Umdrehungen, bei denen die Nennleistung erreicht wird, und die Maximaldrehzahl bedeuten laut Porsche den "Weltmeister"-Titel in dieser Hubraumklasse.

Wer es darauf anlegt - und das dürfte bei einem GT3 durchaus überdurchschnittlich oft vorkommen - erreicht nach dem stehenden Start die 100 km/h-Grenze nach 4,3 Sekunden; Tempo 160 ist nach 8,7 Sekunden möglich. Die Höchstgeschwindigkeit beziffert Porsche auf 310 km/h. Zum Vergleich: Der neue Turbo benötigt für den Standardsprint je nach Getriebe und Optionen 3,7 bis 3,9 Sekunden und schafft ebenfalls 310 km/h, die Daten des bisherigen GT3 lauten 4,5 (160 km/h: 9,4) Sekunden und 306 km/h.

Erstmals verfügt der neue 911 GT3 auch über ein aktives Fahrwerk. Das Porsche Active Suspension Management (PASM) bietet neben der Grundabstimmung, die weitgehend der des Vorgängermodells entspricht, einen Sport-Modus, in welchem das System auf eine härtere Dämpfung umschaltet, die auf der Rundstrecke eine noch höhere Dynamik ermöglicht. Ebenfalls überarbeitet wurde das Sechsganggetriebe: Die Gänge 2 bis 6 sind noch einmal kürzer übersetzt. Neu ist eine Hochschaltanzeige, die im Drehzahlmesser kurz vor Erreichen der entsprechenden Drehzahlen aufleuchtet. Sie gibt ein zusätzliches Signal für die optimalen Schaltpunkte.

Im Gegensatz zum Turbo-Elfer verfügt der GT3 schon aus Gewichtsgründen nicht über Allradantrieb. Um die Motorkraft optimal in Vortrieb umzusetzen, setzt Porsche auf 19 Zoll-Räder und vor allem ein mechanisches Sperrdifferenzial. Zusätzlich soll die neue - vom Carrera GT adaptierte - elektronisch geregelte "Traction Control" in jeder Fahrsituation für sichere Traktion sorgen. Sie verfügt darüber hinaus über eine Schlupf- und Schleppmomentregelung und kann bei Bedarf komplett abgeschaltet werden.

Das Design bietet kaum Überraschungen. So gibt es am GT3-Heck wieder einen großen Flügel und eine modifizierte Schürze, außerdem sind die Endrohre nun beide zentral angeordnet. Auch an der Front montiert Porsche eine weitere Variante der Frontschürze, nicht aber die LED-Blinker des Turbo. Das Interieur entspricht bis auf Sitze und einige Oberflächen den Carrera-Modellen.

Der Verkauf in Europa beginnt im Mai 2006, im wichtigsten Porsche-Markt USA soll die Markteinführung im August beginnen. In Deutschland kostet der GT3 dann ab 108.083 Euro - selbst für die gewiss nicht sparsame Porsche-Kundschaft dürften über 25.000 Euro Ersparnis gegenüber dem Turbo für Nachdenken sorgen. Wer sich nicht entscheiden kann, erhält mutmaßlich Ende des Jahres mit dem noch konsequenter auf Rennsport ausgelegten 911 GT3 RS eine Alternative.
text  Hanno S. Ritter
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