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Sonntag, 22. Mai 2022,
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300 PS starker Fünfzylinder-Fronttriebler kommt Anfang 2009

Ford Focus RS: Der mit dem Golf tanzt

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Bild anklicken für Großansicht 300 PS stark:
Ford Focus RS
Ford
Gerade mal vier Wochen ist es her, dass Ford Appetithäppchen auf den neuen Focus RS verteilte. Nun, da die ersten Bilder des Serienmodells vorliegen, haben die Kölner auch die seinerzeitige Ansage von "über 280 PS" konkretisiert: Es wird reichlich aufgerundet. Umweltschutz ist fraglos wichtig, die Reduzierung der Öl-Abhängigkeit ist es auch, und natürlich sind sparsame Autos nicht zuletzt in punkto Portemonnaie eine feine Sache. Wie sich viele Hersteller derzeit aber - meist ohne allzuviel an Handfestem im Hintergrund - nur noch am CO2-Ausstoß (pardon) aufgeilen und die Effizienz-Laier abspulen, nervt.

Deswegen ist es auch mal wieder eine feine Sache, über ein neues Auto berichten zu können, dessen Hersteller in den Begleitunterlagen kein einziges Mal das Kürzel CO2 erwähnt - und "Liter" nur im Zusammenhang mit dem Hubraum.

Hubraum, und damit zum neuen Ford Focus RS, hat der kompakte Kölner mit 2,5 Litern durchaus reichlich, und auch fünf Zylinder erscheinen als gutes Maß. Für exakt 300 PS und 410 Newtonmeter Drehmoment würde das aber nicht reichen, und so sorgt ein Turbolader für ordentlich Extra-Bums. Nur dessen Ladedruck und das elektronische Motormanagement anzupassen, war auch im Hinblick auf die Haltbarkeit des Aggregats allerdings nicht ausreichend, um den im Focus ST immerhin bereits 220 PS starken Motor entsprechend aufzumöbeln.

Vielmehr haben sich die Ingenieure auch dem Feintuning der "Hardware" gewidmet. So erhielt die Maschine einen überarbeiteten Zylinderkopf und obenliegende Nockenwellen mit entsprechend sportlich ausgelegten Steuerzeiten. Neben der Zylinderkopfdichtung wurde auch das Ansaug- und das Auspuffsystem den Änderungen angepasst.

Fahrleistungen mag Ford noch nicht herausgeben, außer der wiederholten Ansage, der Standardsprint sei in unter sechs Sekunden erledigt. In jedem Fall haben die Kölner sich mit dieser Konstellation die Pole Position in punkto Motor- und Fahr-Leistung gesichert, wenn man den 306 PS starken, sechszylindrigen BMW 135i einmal außen vor lässt. Der stärkste Opel Astra schafft 240 PS, der Top-Golf kommt auf 250 PS, und der Audi S3 auf derer 265.

Unter sechs Sekunden, da verraucht ne Menge Gummi, mag man denken, schließlich verzichtet Ford auf Allradantrieb. Um dies zu umgehen, kommt eine sogenannte Revo-Vorderachse zum Einsatz, deren wesentliches, aber nicht einziges Merkmal ein integriertes Sperrdifferential ist. Damit, so verspricht jedenfalls Ford, sei das Fahrverhalten auch bei voller Beschleunigung unproblematisch. Natürlich sind auch Federung, Dämpfung, Lenkung und Bremsen modifiziert.

Optisch verzichtet der RS auf das sportliche, aber letztlich mehr oder weniger massenkompatible Auftreten des kleineren Bruders ST. Vielmehr zeigt das Auto aus jeder Perspektive, was es kann. 19-Zoll-Räder, vier Zentimeter mehr Spurweite in entsprechend "dicken Backen", der große Diffussor und ein noch größerer schwarzer zweiteiliger Heckflügel am Dachende sind die auffälligsten Zutaten, aber auch die sich gierig dem Fahrtwind öffnende Frontschürze, der schwarze Klavierlack an Außenspiegeln, Kühlergrill und Nebelleuchten, die mit RS-Emblem versehenen Lüftungsöffnungen hinter den vorderen Radkästen oder die beiden Lüftungsschlitze in der Motorhaube sprechen eine deutliche Sprache.

Das Interieur gibt sich deutlich braver. Die Änderungen zur Großserie beschränken sich im Wesentlichen auf Recaro-Sportsitze mit hellbeigen Ledereinsätzen und farblicher Abstimmung auf die Außenlackierung, einen schwarzen Dachhimmel und die aus dem ST bekannten Zusatzinstrumente oberhalb der Mittelkonsole. Im übrigen sind diverse Details mit speziellem Dekor verfeinert.

Premiere feiert der schnellste Focus aller Zeiten ab dem 22. Juli auf der London Motorshow. Bis zur Markteinführung Anfang 2009 behält sich Ford noch kleinere Änderungen vor. Noch einmal 20 PS mehr werden es aber sicher nicht - und zur Markteinführung müssen sich die Kölner dann auch zum Verbrauch erklären. Die kleine, finanzstarke Zielgruppe wird es ebensowenig interessieren wie es fürs globale Klima Bedeutung hat.
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text  Hanno S. Ritter
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