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Freitag, 1. Juli 2022,
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Mittelklasse-SUV kommt zur IAA mit neuen Motoren

VW Tiguan: Das ist die Serienversion

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VW Tiguan
Volkswagen
Kürzlich waren es noch Fotos von leicht getarnten Erprobungsautos, die Volkswagen manchen Medien gönnte, nun endlich hat das Warten ein richtiges Ende: Die Wolfsburger geben den Blick frei auf den Tiguan, den kleinen Bruder des Touareg. Die Informationen sind allerdings noch mau. Das Auto ist noch nicht auf dem Markt und noch nicht einmal in natura zu sehen, da hat es schon für jede Menge Gesprächsstoff gesorgt - weil sich viele Autofans für den VW-typisch so spät kommenden "kleinen Touareg" interessieren einerseits und weil VW die Marketing-Klaviatur mit Leichtigkeit beherrscht andererseits.

So wurde über das Ringen um den Produktionsort wurde schon vor zwei Jahren öffentlich berichtet - am Schluss machte die Touran-erprobte "Auto 5000 GmbH" am VW-Stammsitz in Wolfsburg das Rennen -, und den Namen des kleinen SUVs, der in der Presse lange fälschlich mit "Marrakesch" gehandelt wurde, ließ der Autobauer im vergangenen Sommer tatsächlich Leser eines bekannten deutschen Magazins abstimmen.

Premiere feiert das Auto natürlich auf der IAA im September, und was die Autofans aus aller Welt dann zu sehen bekommen, ist keine Überraschung mehr. Der Tiguan sieht so typisch VW aus, wie manche das befürchtet, die Mehrheit aber gehofft haben dürfte: Leitbild ist die Studie Concept A, die im Februar 2006 noch unter Markenchef Wolfgang Bernhard vorgestellt worden war. Von dem, was seinerzeit schamlos als "Husarenstück der Designer" bezeichnet wurde, ist naturgemäß nicht allzu viel übrig geblieben - der Tiguan verkneift sich modische Kniffs innen wie außen und setzt wie die meisten seiner Modell-Kollegen aus gleichem Hause auf die bewährte VW-Mischung: Im besten Sinne ein zeit- und klassenloses, aber auch einen Hauch langweiliges Auto haben die Niedersachsen auf die Räder gestellt.

An der Front zeigt der Tiguan zwar das V-Gesicht vieler Volkswagen, verkneift sich aber bereits die "Chromschnauze", die bei der neuen VW-Führungsriege um Konzernchef Winterkorn und Designboss de'Silva nicht so hoch im Kurs stehen. Die Tränensack-Scheinwerfer mit innenliegenden Blinker à la Touran sind dagegen geblieben; und dass es am Heck geteilte, runde Leuchteinheiten gibt, überrascht ebenfalls nicht. Wenn am Tiguan etwas auffällig ist, dann seine tief heruntergezogene Heckklappe, was sich in der Praxis zweifellos als praktisch erweisen wird, die angenehm kurzen Überhänge oder die verkleinerten, aber längst nicht so gut wie bei Audi gemachten Spiegelblinker.

Der Innenraum bietet, von Details abgesehen, ebenfalls keine Überraschungen. Die Instrumentierung stammt vom Golf, die Mittelkonsole mit den vier runden Luftduschen vom Golf Plus, das neue Festplatten-Navi mit Touchscreen-Bedienung vom Touran. Auch Lenkrad, Klimabedienung, Innenspiegel und dergleichen sind bekannt, was grundsätzlich nichts Schlechtes verheißt. Das Zündschloss sitzt wie bei Golf & Co. in der Lenksäule - die bessere Platzierung aus dem Touareg wurde nicht adaptiert, wie überhaupt der Tiguan zwar von seinen Erbauern gerne als "kleiner Bruder des Touareg" bezeichnet wird, de facto aber eher ein SUV auf Golf-, Golf Plus- und Passat-Basis ist. Von letzterem stammt etwa die elektronische Parkbremse, die nun nicht mehr links am Lichtschalter, sondern schräg hinter dem Schalknüppel bedient wird.

Mit Details hält man sich in Wolfsburg noch zurück, schließlich soll der Tiguan bis zur IAA noch mehrfach von sich reden machen. So verrät der Autobauer derzeit weder Maße noch Gewichte und auch keinerlei Details zu Ausstattungslinien und deren Bestückung. Zu hören ist, dass es drei Linien geben wird, die sich auch optisch und in punkto Geländegängigkeit unterscheiden.

Bekannt ist dagegen das Motorenprogramm: Ausschließlich aufgeladene Triebwerke mit Direkteinspritzung kommen zum Einsatz - eine weltweite Einmaligkeit, wie VW stolz versichert. Bei den Benzinern wird es die Leistungsstufen 150, 170 und 200 PS geben, wobei letztere Variante offenbar jene aus dem Golf GTI ist (TSFI) und die anderen beiden auf das neue TSI-Konzept setzen, also auf kleinen Hubraum und hier doppelte Aufladung per Turbo und Kompressor.

Bei den TDI debütieren endlich die neuen Triebwerke, die auf Common-Rail- statt der bisherigen Pumpe-Düse-Technik setzen. Dass sie in punkto Leistung und Drehmoment exakt mit den bisherigen Motoren übereinstimmen (140 und 170 PS / 320 und 350 Nm), mag man dabei in punkto Marketing für falsch halten. Für Kunden wichtiger ist die Botschaft, dass beide Maschinen bereits die Grenzwerte der für 2009 erwarteten Euro5-Abgasnorm erfüllen. Während Verbrauchsangaben abzuwarten bleiben, dürfte die neue Generation insbesondere in punkto Laufkultur einen vernehmbaren Fortschritt machen.

Mangels weiterer Details bleibt nichts, als die ersten Fotos des Allradlers zu konsumieren, auf die IAA zu warten bei Interesse mindestens rund 27.000 Euro zur Seite zu legen. Das ist für VW-Verhältnisse ein Wort, nicht nur angesichts des Touareg, der nicht unter 43.000 zu haben ist.
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text  Hanno S. Ritter
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