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Großes Facelift: Ford Focus |
Ford |
Drei Jahre nach dem Start der aktuellen Generation präsentiert Ford auf der IAA ein großes Facelift für den
Focus. Für die zweite Hälfte seines Lebenszyklus' erhält der kompakte Kölner ein deutlich aufgefrischtes Design,
einen höherwertigen Innenraum, neue Ausstattungen, sparsamere Diesel – und auch ein Doppelkupplungsgetriebe.
Vor allem von vorne ist der neue Focus auf Anhieb zu erkennen. Die bisherigen, an den Außenseiten scharf abgeschnittenen
Scheinwerfer, von denen manche behaupten, sie hätten Mercedes bei der S-Klasse inspiriert, weichen rundlicheren, in die
Kotflügel reichenden Leuchten mit nun innenliegendem Blinker, die sich klar am neuen Mondeo orientieren.
Der untere Kühlergrill wird größer, stärker trapezbetont und nimmt nun optisch auch das Kennzeichen mit auf; nur in den
besseren Ausstattungslinien gibt es einen Chromrand. Der obere Lufteinlass erhält eine modifizierte Innenstruktur und
eine große Chromleiste am oberen Rand, während die übrige Chromeinfassung entfällt. In der Seitenansicht sind die
veränderte Sicke in Höhe der Türgriffe und die Spiegelblinker auffällig.
Die Neuerungen am Heck werden erst auf den zweiten Blick augenfällig, sind aber durchaus deutlich: Nicht nur die
Heckschürze wie oft bei Facelifts haben die Designer verändert, sondern auch die Heckscheibe und die Kofferraumklappe,
die nun eine markante, horizontale Sicke erhält. Die Heckleuchten schließlich erhalten eine neue Inneneinteilung und
LED-Technik, letzteres aber nur, wenn der Kunde Bi-Xenon-Scheinwerfer oder dynamisches Kurvenlicht bestellt - ein
Marketing-Trick, den Audi beim A6 erfolgreich platziert hat. Die LED-Leuchten sollen einen unvergleichlichen optischen
Effekt bieten, der in der Automobilindustrie bis dato kein Beispiel kennt.
Viel Neues gibt es auch im Innenraum. Der komplette Armaturenträger wie auch die oberen Bereiche der Türverkleidungen
erhalten eine "Soft touch"-Oberfläche, die Stoffe der Sitze und Türverkleidungen ein neues Design und einige
Bedienelemente neue Dekore. Für die gehobenen Ausstattungsvarianten "Ghia" und "Titanium" kommt zudem eine höherwertige
Dachhimmel-Verkleidung zum Einsatz. In diesen Varianten serienmäßig und im "Style" gegen Aufpreis verbaut Ford außerdem
eine neue Mittelkonsole mit ausziehbarer Armauflage, einem vier Liter großen Staufach und zusätzliche Ablagemöglichkeiten
für die Fondpassagiere. Ebenfalls überarbeitet präsentieren sich die Instrumente, die nun rot statt grün beleuchtet
werden, sowie die Bedieneinheiten von Audiosystemen und Klimaautomatik.
Wichtigste technische Neuheit ist die Einführung eine zusammen mit Getrag entwickelten Doppelkupplungsgetriebes mit
sechs Fahrstufen und Automatik-Modus unter dem Namen "Ford PowerShift". Es kommt zunächst im Focus und im kürzlich
ebenfalls überarbeiteten C-MAX in Kombination mit dem Zweiliter-Diesel (136 PS) zum Einsatz. Fahrleistungs- und
Verbrauchswerte liegen noch nicht vor.
Dies gilt prinzipiell auch für den Focus mit dem 1,6-Liter-Diesel, wobei Ford hier verspricht, dass alle
Karosserievarianten mit allen Reifengrößen künftig unter 120 Gramm C02-Ausstoß pro Kilometer bleiben. Das entspricht
4,5 Liter Verbrauch und damit immerhin 0,3 Liter oder rund sechs Prozent Ersparnis. Möglich wurde dies durch eine
optimierte Motorsteuerung, die Umstellung auf eine elektro-hydraulische Servolenkung und ein reibungsoptimiertes
Getriebeöl - Maßnahmen, wie sie auch im besonders sparsamen "Econetic"-Modell eingesetzt werden, das wie berichtet
auf 4,3 Liter Normverbrauch kommt. Auf längere Getriebeübersetzungen wie etwa bei VW hat Ford in beiden Fällen
verzichtet.
Weitere Neuheiten sind der vom Mondeo bekannte Fehlbetankungsschutz, ein schlüsselloses Startsystem, eine
ESP-basierte Reifendruckkontrolle und eine 230-Volt-Steckdose in der neuen Mittelkonsole, wie sie Bei VW erstmals
eingeführt wurde. Die drei letztgenannten Merkmale stehen gegen Aufpreis zur Verfügung.
Markteinführung der neuen Modelle als Drei- und Fünftürer sowie Turnier ist Anfang 2008, das Cabrio wird folgen.
Preise liegen noch nicht vor, dürften aber wie bisher etwas tiefer angesiedelt sein als bei Opel Astra und VW Golf.
Aber auch unabhängig davon dürfte der neue Focus künftig wieder stärker als interessante Alternative wahrgenommen werden.