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Seriennahe Studie der künftigen GLK-Klasse steht in Detroit

Mercedes Vision GLK: Mit Ecken und Kanten

Siehe Bildunterschrift
Bild anklicken für Großansicht Serie ab Herbst:
Mercedes (Vision) GLK
Daimler
Im Herbst 2008 bringt Mercedes mit der GLK-Klasse ein kompaktes SUV auf den Markt, das mit jahrelanger Verspätung gegen BMW X3 & Co. antritt. Obwohl die Serienversion bereits bei Filmaufnahmen in den USA fotografiert wurde, zeigen die Stuttgarter auf der Messe in Detroit nun erst noch eine entsprechende Studie. Erste Bilder. Mercedes-Fans wissen: Wenn "ihre" Marke auf Auto-Messen Studien präsentiert, die den Vornamen "Vision" tragen, folgt dem Konzept auch ein Serienmodell. Das war so bei A- und M-Klasse, bei SLK und SLR McLaren und auch bei CLS- und R-Klasse.

Beim GLK wird dies nicht anders sein - die Serien-Umsetzung ist schon seit längerem klar, so dass es mehr als Nebelkerzen sind, wenn der Autobauer im Begleittext zur Studie nun seinen Chef insoweit zitiert, als die Vision Freeside, so der vollständige Name, aufzeige, wie die SUV-Strategie ihre Fortsetzung finden könne.

Ebenfalls seit längerem ist klar: Der GLK wird ein Typ mit Ecken und Kanten, und das fast im wahrsten Sinne des Wortes. Die Designer setzen bewusst auf ein markantes Erscheinungsbild, das sich auf den ersten Blick mehr am GL und gar an der legendären G-Klasse zu orientieren scheint als an der kleineren M-Klasse. Auch wenn die Marketing-Strategen deswegen den Eindruck zu schüren versuchen, GLK und G-Klasse seien zumindest im Geiste verwandt, entspricht dies natürlich nicht der Realität. Tatsächlich handelt es sich beim GLK weitgehend um eine C-Klasse im SUV-Kleid, was nicht zwangsläufig schlecht sein muss.

Die Länge des GLK liegt bei 4,52 Metern, was etwa 7,5 Zentimeter weniger sind als beim C-Kombi und über 25 weniger als bei der M-Klasse. Zum Vergleich: Der VW Tiguan ist 4,43 Meter lang, der BMW X3 misst 4,57 Meter.

Auffällig sind die hohe, steil stehende Front mit einem massiv wirkenden Kühlergrill, geraden Scheinwerfern mit einer kleinen, ebenfalls eckigen Ausbuchtung an der Unterkante sowie zusätzliche Leuchteinheiten in der Frontschürze, von denen abzuwarten bleibt, ob sie als Nebel- und Abbiegelicht und/oder als Tagfahrlicht fungieren werden. Kleine Überhänge kommen dem Design und der Geländegängigkeit zugute, schmale Dachpfosten der Rundumsicht und die vergleichsweise steile Windschutzscheibe dem Raumgefühl und der Klimatisierung im Innenraum.

Die Seitenansicht wird bestimmt von der bereits aus anderen Baureihen bekannten, sogenannten Charakterlinie, die nach hinten deutlich ansteigt und damit auch eine schräge Anordnung der Türgriffe bedingt. Die Spiegelblinker entsprechen in ihrer filigranen Pfeiloptik der kürzlich präsentiertem Ausführung am SLK-Facelift und dürften bald baureihenübergreifend eingesetzt werden - der Fortschritt gegenüber den Pendants an der C-Klasse beträgt gefühlte Lichtjahre.

Das schlichte Heck bietet ebenfalls keine Überraschungen, wenn man sich die integrierten Auspuffendrohre der Studie wegdenkt. Die Blinker - und nur diese - sind hier in LED-Technik ausgeführt. Ebenfalls mehr Vision als Serien-Wirklichkeit sind die gleich 20 Zoll großen Räder, der Zweifarb-Look und der matte Klarlack auf der weißen Außenfarbe.

Als Antrieb dient der Studie das sauberste Triebwerk, das Mercedes derzeit auffahren kann bzw. künftig verbauen wird. Es handelt sich um einen Vierzylinder-Diesel mit 170 PS aus 2,2 Litern Hubraum. Wenn die Daten auch nach Bekanntem klingen, handelt es sich um eine neue Motorengeneration mit Common-Rail-Einspritzung der vierten Generation, die Drücke bis zu 2.000 bar realisiert. Dem Abgas widmen sich nicht nur Katalysator und Rußfilter, sondern auch das Bluetec-System, hier in der aufwändigeren Variante mit zusätzlicher AdBlue-Einspritzung. Das Additiv sorgt in einem zusätzlichen SCR-Kat für eine Umwandlung der Stickoxide in Wasser und Stickstoff.

Im Ergebnis würde der GLK so die EU6-Grenzwerte schaffen - und zeigt damit, dass nicht immer die Autobauer technisch hinterher sind, wie manche Medien, Politiker und Umweltverbände Glauben machen wollen, sondern manchmal einfach nur die Grenzwerte. Die Kraftübertragung an den Allradantrieb obliegt der Siebengang-Automatik; Verbrauchsangaben hat Mercedes nicht veröffentlicht.

Zur Ausstattung des "Freeside" gehören im übrigen das vorausschauende Sicherheitssystem PRE-SAFE, die neue Comand-Generation - hier im Gegensatz zur C-Klasse mit feststehendem Monitor -, ein Fond-Entertainmentsystem mit zwei Bildschirmen sowie die 3-Zonen-Klimaautomatik. Das Interieur ist weitläufig und unaufdringlich gestaltet. Hauptmerkmal sind kleine, natürlich eckige Luftduschen und eine relativ große "Zierteilebene" aus Holz mit Chromleiste - und der im Gegensatz zu den nur mit Automatikgetriebe lieferbaren ML und GL im Mitteltunnel angebrachte Schalt- bzw. Wählhebel.

Das GLK-Serienmodell erscheint im Herbst 2008 und soll dann das eigentlich stets VW zugeschriebene Prinzip des hohen Zuspruchs trotz später Einführung adaptieren: BMW X3 und Audi Q5 sind die Haupt-Wettbewerber.
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text  Hanno S. Ritter
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