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Samstag, 20. August 2022,
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E 350 BlueTEC ab September mit 9G-TRONIC / Nur 0,2 Liter Verbrauchsvorteil

Mercedes bringt erstes Modell mit 9-Gang-Automatik

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Im E 350 BlueTEC feiert Daimler
die 9-Gang-Automatik ihre Premiere
Überraschend führt Mercedes nun doch die neu entwickelte Neungang-Wandlerautomatik ein. Ab September ist sie in einem ersten Modell erhältlich – ohne Aufpreis, aber auch mit nur leichtem Effizienzfortschritt. Dass Mercedes eine Neun-Stufen-Automatik entwickelt, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Umso mehr fragten sich Beobachter, warum das neue Schaltwerk nicht endlich von der Entwicklungsabteilung in die Autos kommt - nicht einmal die neue S-Klasse darf sich damit schmücken - und argwöhnten über Probleme. Dem will Mercedes nun offenbar entgegentreten, außerdem dem neuen 9-Gang-Automaten von ZF bei Land Rover zuvorkommen - und hat das erste Modell mit dem neuen Getriebe angekündigt.

So wird der E 350 BlueTEC ab dem neuen Modelljahr im September serienmäßig mit der 9-Gang-Automatik ausgeliefert, die Mercedes in eher nicht so bewährter Manier analog zum Vorgänger "9G-TRONIC" nennt. Betroffen von der Umstellung sind sowohl die Limousine als auch das T-Modell, nicht aber in den Allrad-Versionen und auch nicht in Coupé und Cabrio. Der Normverbrauch des 252 PS starken Sechszylinders verringert sich dadurch jeweils um 0,2 auf 5,3 bzw. 5,5 Liter - da mag der ein oder andere angesichts zweier zusätzlicher Gänge möglicherweise mehr Fortschritt erwartet haben, zumal der ähnlich motorisierte BMW 530d auf 5,1 Liter kommt (die 5,9 Liter des Audi A6 sind wegen des Allradantriebs nicht direkt vergleichbar).

"Die höhere Zahl an Gangstufen und die größere Getriebespreizung steigern den Antriebskomfort und ermöglichen eine deutlich verbesserte Umsetzung der Motorleistung in Vortrieb", erklären die Stuttgarter. Durch das insgesamt abgesenkte Drehzahlniveau - bei 120 km/h liegen im 9. Gang lediglich 1.350 U/Min an - verbessert sich einerseits der Innenraumkomfort, andererseits reduziert sich das Außengeräusch um bis zu 4 dB(A).

Trotz zwei zusätzlicher Gänge und dem maximal zu übertragenden Drehmoment von bis zu 1.000 Newtonmetern baut das neue Automatgetriebe ebenso kompakt wie der Vorgänger - und ist zudem leichter. Das zweiteilige Gehäusekonzept wurde beibehalten: Das Wandlergehäuse besteht aus leichtem Aluminium, das Getriebegehäuse mit der gewichtsoptimierten Kunststoff-Ölwanne aus einer noch leichteren Magnesiumlegierung.

Drei Drehzahlsensoren überwachen den Betrieb und versorgen die Getriebesteuerung mit entsprechenden Daten für eine effektive Schaltarbeit. Hier sind das Überspringen mehrerer Gänge beim Beschleunigen oder Verzögern möglich, falls es die jeweilige Fahrsituation erfordert. Wie der Vorgänger verfügt die 9G-TRONIC Über zwei Rückwärtsgänge.

Die 9G-TRONIC ist für den Heck-, Allrad-, Hybrid- sowie Plug-In-Hybrid-Antrieb geeignet und wird künftig in nahezu allen Baureihen mit Heckantrieb und nahezu allen Motorisierungen zum Einsatz kommen. Den Zeitrahmen hierfür beschreibt Mercedes mit "in den folgenden Jahren". Die Preise für den E 350 BlueTEC (Limousine ab 54.710 Euro, T-Modell ab 57.923 Euro) steigen im Zuge der beiden zusätzlichen Gänge nicht.
Von drei Gängen bis zu zehn in 30 Jahren
Während sich der Autor dieser Zeilen noch an Touren in einem Audi 80 mit Dreigang-Automatik in den späten 1980er-Jahren erinnert, begann die jüngere Mercedes-Historie mit einer Viergang-Automatik, gefolgt vom noch heute vereinzelt verbauten 5-Gang-Automaten. Eine 6-Gang-Wandlerautomatik hatte Mercedes im Gegensatz zu vielen anderen Autobauern dagegen nie im Angebot, sondern führte bereits 2003 die 7G-TRONIC ein. Audi, BMW, VW und etliche andere Autobauer offerieren seit Jahren das 8-Gang-Automatgetriebe, auf das Mercedes nun sukzessive mit neun Fahrstufen kontert. Die Entwicklung ist aber auch damit noch nicht abgeschlossen, hat VW doch unlängst die Entwicklung eines neuen DSG angekündigt - mit zehn Gängen.
Mercedes mit eigener Automatik-Entwicklung / Fertigung künftig auch in Rumänien
Während andere Autobauer ihre Automatikgetriebe häufig von Zulieferern wie ZF oder Aisin beziehen, hat Mercedes nach eigenen Angaben seit 1961 rund 22 Millionen Automatikgetriebe in Eigenregie am Standort Stuttgart-Hedelfingen gefertigt. Weil dort nach offizieller Lesart wegen fehlender räumlicher Möglichkeiten ein Ausbau nicht möglich sein soll und weil Daimler die Wirtschaftlichkeit steigern will, werden künftig auch aktuelle Automatikgetriebe bei der Tochtergesellschaft Star Transmission in Rumänien gefertigt. Hierfür sollen über 280 Millionen Euro in Sebes investiert werden, kündigte Daimler im April an. Aktuell startet in Rumänien die Fertigung des 5-Gang-Automatikgetreibes bis zu dessen Einstellung, ab 2014 sollen hier die Doppelkupplungsgetriebe für die Frontantriebsmodelle gebaut werden, und ab 2016 dann auch die 9G-TRONIC.
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text  Hanno S. Ritter
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